Dr. Katharina Weber trat näher an mein Bett, und die Trauer in ihren Augen machte es mir beinahe unmöglich zu atmen.
„Emilia“, sagte sie leise, „das Herz Ihres Babys schlägt noch.“
Die Erleichterung traf mich so plötzlich, dass ich aufschluchzte.
„Aber Sie haben starke Blutungen“, fuhr sie fort. „Sie haben ein schweres Trauma im Bauchbereich erlitten, und die nächsten vierundzwanzig Stunden sind entscheidend.“
Mit zitternder Hand fasste ich mir an den Bauch.
„Bitte retten Sie mein Baby.“
„Wir tun alles, was medizinisch möglich ist.“
Polizeihauptkommissar Braun blickte auf die Unterlagen in seiner Hand.
„Frau Berger, Ihre Eltern haben außerdem eine Schutzanordnung gegen Ihren Mann beantragt. Sie behaupten, er sei gefährlich.“
Ein gebrochenes, ungläubiges Lachen entfuhr mir.
„Daniel hat mir das Leben gerettet.“
„Können Sie beweisen, was tatsächlich passiert ist?“
Mein Herz schien für einen Moment stehen zu bleiben.
Dann erinnerte ich mich an mein Handy.
„Ich habe die Verkündung aufgenommen“, flüsterte ich. „Die Aufnahme lief bereits, bevor Lena mich angegriffen hat.“
Der jüngere Beamte richtete sich sofort auf.
„Wo ist das Handy?“
„Es war in meiner Manteltasche.“
Braun überprüfte die Liste meiner persönlichen Gegenstände.
„Bei Ihren Sachen wurde kein Handy gefunden.“
Natürlich nicht.
Meine Mutter hatte Daniels Handy versteckt. Sie musste auch meines an sich genommen haben.
Erneut öffnete sich die Tür, und ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes des Krankenhauses kam herein. In seiner Hand hielt er einen versiegelten Plastikbeutel.
„Das wurde anonym an der Rezeption abgegeben“, erklärte er.
Darin lag mein Handy.
Das Display war gesprungen, doch auf dem Bildschirm leuchtete noch immer das rote Aufnahmesymbol.
Braun schloss das Gerät an eine mobile Powerbank an.
Wenige Augenblicke später erfüllten die Stimmen aus dem Wohnzimmer meiner Eltern das Krankenzimmer.
Zuerst hörten wir Lenas grausames Flüstern.
„Wenn ich es wirklich versuchen würde, könnte ich dafür sorgen, dass es ganz still wird.“
Dann der Aufprall.
Mein Schrei.
Daniels Stimme, wie er verzweifelt sein Handy zurückforderte.
Mein Vater, der sich weigerte, einen Rettungswagen zu rufen.
Meine Mutter, die schrie, dass Lenas Zukunft wichtiger sei als eine polizeiliche Untersuchung.
Die beiden Beamten hörten schweigend zu.
Entsetzen stand ihnen ins Gesicht geschrieben.
Als die Aufnahme endete, faltete Braun die Unterlagen zusammen.
„Ich werde sofort das Revier verständigen. Ihr Mann hätte niemals festgenommen werden dürfen.“
Noch bevor er das Zimmer verlassen konnte, ertönte ein Signal von meinem Handy.
Eine neue Mailboxnachricht von einer unbekannten Nummer war eingegangen.
Braun spielte sie über den Lautsprecher ab.
Lenas verängstigte Stimme erfüllte das Zimmer.
„Mama, die Polizei stellt Fragen. Du hast mir versprochen, dass Emilia nicht wieder aufwachen würde.“
Danach herrschte für einen Moment Stille.
Dann war im Hintergrund die Stimme meines Vaters zu hören.
„Sie hätte gar nicht lange genug überleben sollen, um irgendjemandem etwas erzählen zu können.“
Braun sah zur Tür.
Sein Gesicht verhärtete sich.
Doch plötzlich rief Dr. Weber laut auf, als der Monitor neben meinem Bett schrill zu alarmieren begann.







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