Der gepanzerte SUV raste wie ein schwarzer Schatten durch den Berliner Regen, während die Sirenen nahezu unsichtbar hinter dem Kühlergrill verborgen waren.
Anna Bergmann lag quer auf dem Ledersitz, eine Hand fest um ihren Bauch gelegt, während die andere Alexander Falkenbergs schwarze Visitenkarte so fest umklammerte, dass sich die goldenen Buchstaben unter ihren Fingern verbogen.
„Bleiben Sie bei mir“, sagte Alexander mit tiefer, kontrollierter Stimme. „Einatmen. Langsam. Und noch einmal.“
„Ich kann sie nicht verlieren“, keuchte Anna. „Bitte … ich kann nicht.“
„Das werden Sie nicht.“
Er sagte es wie ein Versprechen, das längst besiegelt war.
Durch den strömenden Regen tauchte die hell erleuchtete Einfahrt der Berliner Klinik auf – weiß, grell und erschreckend.
Noch bevor der SUV vollständig zum Stehen gekommen war, öffneten zwei Sicherheitsleute bereits die Türen.
Alexander hob Anna erneut auf seine Arme und trug sie durch den Eingang der Notaufnahme, während mehrere Pflegekräfte ihnen entgegeneilten.
„Sechster Schwangerschaftsmonat“, sagte er bestimmt. „Verdacht auf vorzeitige Wehen. Drillinge.“
Eine der Pflegekräfte erstarrte für einen kurzen Moment, als sie sein Gesicht erkannte.
Jeder kannte ihn.
Danach ging plötzlich alles noch schneller.
Anna wurde auf eine Behandlungsliege gelegt.
Monitore wurden angeschlossen.
Ein Arzt gab schnelle Anweisungen.
Irgendwo in ihrer Nähe führte Alexander ein einziges Telefongespräch, und wenige Augenblicke später wurde der Privatbereich der Klinik abgeriegelt, als wäre ein Staatsoberhaupt eingetroffen.
Anna krallte ihre Finger in das Bettlaken.
„Maximilian wird kommen.“
Alexander trat neben ihr Bett.
Der Regen hatte seinen schwarzen Mantel noch immer dunkel gefärbt, doch sein Blick wirkte kälter als der Sturm draußen.
„Soll er.“
Nur wenige Minuten später öffneten sich die Türen am Ende des Flurs.
Maximilian Hartmann kam herein.
Hinter ihm gingen drei Anwälte.
Auf seinem Gesicht lag jene ruhige Arroganz eines Mannes, der sein ganzes Leben lang daran gewöhnt gewesen war, dass ihm niemand widersprach.
Dann sah er Alexander.
Und blieb stehen.
Zum ersten Mal in Annas Leben sah Maximilian tatsächlich verängstigt aus.
„Falkenberg“, sagte Maximilian vorsichtig. „Das ist eine private Familienangelegenheit.“
Alexander bewegte sich keinen Zentimeter.
„Eine Frau mit vorzeitigen Wehen ist kein Eigentum.“
Maximilians Kiefer spannte sich an.
„Diese Kinder sind meine Erben.“
Etwas zog sich schmerzhaft in Annas Brust zusammen.
Alexander beugte sich ein wenig zu ihm.
Seine Stimme war so leise, dass sie beinahe bedrohlicher wirkte als ein Schrei.
„Dann hätten Sie daran denken sollen, dass es Ihre Kinder sind, bevor Sie deren Mutter im Regen vor die Tür gesetzt haben.“
Einer von Maximilians Anwälten trat mit mehreren Dokumenten nach vorn.
Alexander warf nur einen kurzen Blick darauf.
Dann lächelte er.
Es war kein freundliches Lächeln.
„Meine Anwälte sind bereits oben.“
Maximilian wurde blass.
Dann hörte Anna hinter sich den Arzt etwas sagen, das ihr für einen Moment das Gefühl gab, der gesamte Raum würde sich drehen.
„Sie erwartet keine drei Kinder“, sagte der Arzt.
Annas Augen weiteten sich.
Alexander fuhr herum.
Der Monitor gab gleichmäßige Signaltöne von sich.
Der Arzt schluckte.
„Da sind vier Herzschläge.“







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