Die Tür öffnete sich, noch bevor Ethans Blick ganz klar geworden war.
Ich zog meine Hand hastig zurück, genau in dem Moment, als Jonas eintrat.
Sein Lächeln verschwand, als er bemerkte, wie schnell der Monitor plötzlich ausschlug.
„Was ist passiert?“
„Nichts“, sagte ich viel zu schnell.
Jonas trat ans Bett und musterte Ethans Gesicht.
Für einen schrecklichen Augenblick dachte ich, Ethan könnte sich erneut bewegen.
Doch stattdessen lag er vollkommen reglos da.
Jonas überprüfte die Geräte und wandte sich dann mir zu.
„Du siehst verängstigt aus.“
„Es war ein anstrengender Tag.“
Sein Blick glitt zu meiner Hand.
„Hat er auf dich reagiert?“
„Nein.“
Die Lüge kam mir leichter über die Lippen, als ich erwartet hatte.
Jonas lächelte, doch das Misstrauen blieb in seinen Augen.
„Gut. Falsche Hoffnung macht Menschen unvorsichtig.“
Nachdem er gegangen war, schloss ich die Tür ab und eilte zurück zu Ethan.
Seine Augenlider öffneten sich wieder.
Diesmal sah er mich direkt an.
„Kannst du mich hören?“, flüsterte ich.
Seine Finger schlossen sich schwach um meine.
„Einmal drücken für Ja, zweimal für Nein.“
Ein Druck.
Mein Herz hämmerte.
„Bist du wirklich wach?“
Ein Druck.
„Kannst du sprechen?“
Zweimal.
„Weiß deine Familie davon?“
Zweimal.
Ich beugte mich näher zu ihm.
„War das, was dir passiert ist, ein Unfall?“
Sein Griff wurde plötzlich so fest, dass es wehtat.
Zweimal.
Jemand hatte ihm das angetan.
„War es Jonas?“
Ethan zögerte.
Dann drückte er einmal.
Schritte waren draußen vor der Tür zu hören.
Ich zog die Decke über seine Hand, genau als Viktoria gemeinsam mit der Pflegekraft eintrat.
Sie trug ein silbernes Tablett mit Medikamenten.
„Du solltest dich ausruhen“, sagte Viktoria zu mir.
„Ich würde lieber hierbleiben.“
„Das war keine Bitte.“
Die Pflegekraft spritzte etwas in Ethans Infusionszugang.
Fast augenblicklich schlossen sich seine Augen.
„Was haben Sie ihm gegeben?“, fragte ich.
„Sein übliches Beruhigungsmittel.“
Mir wurde eiskalt.
„Warum braucht ein bewusstloser Mann Beruhigungsmittel?“
Viktorias Gesicht verhärtete sich.
„Weil sein Körper manchmal unruhig wird.“
In dieser Nacht, nachdem alle gegangen waren, durchsuchte ich den Nachttisch.
Unter einem Stapel medizinischer Unterlagen fand ich ein verstecktes Aufnahmegerät und einen Zettel in Ethans Handschrift.
Darauf standen nur vier Worte:
MEIN KOMA IST GIFT.
Bevor ich weiterlesen konnte, vibrierte mein Handy.
Von einer unbekannten Nummer erschien ein Foto.
Darauf war ich zu sehen, wie ich nur wenige Minuten zuvor neben Ethan gesessen hatte.
Unter dem Bild stand eine Nachricht:
ER IST WEGEN DIR AUFGEWACHT. JETZT MÜSST IHR BEIDE STERBEN.
Dann ging im Schlafzimmer das Licht aus.
**Fortsetzung folgt — klicke auf Teil 3, um weiterzulesen.**







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