Unterhaltung

Meine Schwiegermutter Rasierte Mir Im Schlaf Den Kopf – Doch Am Morgen Trat Ich Als Oberst Meinen Neuen Führungsposten An

„Wann wurde die Kamera installiert?“, fragte ich.

Reuter antwortete nicht sofort.

„Das können wir noch nicht sicher sagen. Aber sie ist nicht neu.“

Ich sah auf das Foto von Tobias.

Der Mann, mit dem ich fast neun Jahre verheiratet gewesen war, hatte möglicherweise nicht nur meine Unterschrift gefälscht und mein Haus belastet.

Er hatte meinen Arbeitsplatz zu Hause überwacht.

„Nehmen Sie alles mit“, sagte ich. „Computer, Router, Speichermedien, alte Telefone. Alles, was relevant sein könnte.“

„Das läuft bereits.“

Ich beendete das Gespräch und blieb einen Moment regungslos sitzen.

Ich durfte nicht ermitteln.


Das war die richtige Entscheidung.

Trotzdem begann mein Kopf automatisch, die bekannten Fakten zu ordnen.

Tobias hatte Zugriff auf meine Post gehabt.

Jemand hatte Kopien meines Personalausweises und meiner Gehaltsnachweise verwendet.

Eine Kamera hatte auf meinen Schreibtisch gezeigt.

Fast zweihunderttausend Euro waren verschwunden.

Ein Haus in Brandenburg war gemeinsam mit Julia Kramer gekauft worden.

Und Tobias hatte sich mit einem Mann getroffen, gegen den meine neue Einheit ermittelte.

Zufälle existierten.

Aber nicht in dieser Dichte.


General Haller trat wieder in mein Büro.

„Sie gehen heute nicht nach Hause.“

„Das hatte ich verstanden.“

„Auch nicht in ein Hotel, das Ihr Mann kennt.“

Ich sah ihn an.

„Es gibt Hinweise auf ein Sicherheitsrisiko.“

„Welche Hinweise?“

„Noch keine, die ich Ihnen vollständig offenlegen kann.“

Diese Antwort gefiel mir nicht.

Aber ich akzeptierte sie.


Haller legte mir eine Akte hin.

„Die Bundeswehr organisiert vorübergehend eine geschützte Unterkunft.“

Ich wollte widersprechen.

Dann erinnerte ich mich an die Kamera.

„In Ordnung.“

Am Nachmittag meldete sich die Kriminalpolizei.

Karin war gefunden worden.

Nicht weit vom Haus entfernt.

Sie saß in einem Café und versuchte offenbar, telefonisch jemanden zu erreichen.

Tobias hingegen war verschwunden.


Sein Auto stand nicht vor dem Haus.

Sein Mobiltelefon war ausgeschaltet.

„Hat Karin etwas gesagt?“, fragte ich.

Der Ermittler seufzte.

„Sehr viel.“

Das überraschte mich nicht.

„Sie behauptet, das Rasieren Ihrer Haare sei eine Familienangelegenheit gewesen.“

Ich schloss die Augen.

„Natürlich.“

„Sie sagt außerdem, Sie hätten jahrelang versucht, ihren Sohn finanziell zu kontrollieren.“


„Ich habe seine Rechnungen bezahlt.“

„Das haben wir inzwischen verstanden.“

Der Ermittler machte eine kurze Pause.

„Sie bestreitet jede Kenntnis von der versteckten Kamera.“

„Und die Umfinanzierung?“

„Dazu sagt sie, Tobias habe alles organisiert.“

Interessant.

Noch am Morgen hatte Karin geglaubt, sie könne mir Befehle erteilen.

Jetzt begann sie bereits, ihren eigenen Sohn zu opfern.

„Und Julia Kramer?“


Wieder eine Pause.

„Karin sagt, sie kenne sie nicht.“

Ich glaubte ihr kein Wort.

Kurz nach sechzehn Uhr kam die nächste Nachricht meiner Anwältin.

Die Bank hatte Videoaufnahmen aus der Filiale gesichert.

Darauf waren Tobias, Karin und Julia gemeinsam zu sehen.

Karin saß während des gesamten Termins direkt neben Tobias.

Sie hatte nicht nur zugesehen.

Nach Aussage eines Bankmitarbeiters hatte sie mehrfach Fragen beantwortet, die eigentlich mir hätten gestellt werden müssen.

Meine Anwältin schickte mir ein Standbild.


Karin lächelte darauf.

Genau dasselbe kleine, selbstzufriedene Lächeln, das sie getragen hatte, als sie mit dem Haarschneider neben meinem Bett gestanden hatte.

Ich speicherte das Bild.

Nicht aus Rache.

Als Beweis.

Am frühen Abend brachte mich ein Fahrer zu der vorübergehenden Unterkunft.

Es war eine unscheinbare Wohnung in einem ruhigen Gebäude.

Keine persönlichen Gegenstände.

Keine gemeinsamen Fotos.

Keine Erinnerung an Tobias.


Zum ersten Mal seit Stunden konnte ich allein sein.

Ich stellte meine Tasche ab und setzte mich an den kleinen Küchentisch.

Dann klingelte mein privates Telefon.

Unbekannte Nummer.

Ich ließ es klingeln.

Eine Minute später kam eine Mailboxnachricht.

Ich spielte sie ab.

Zuerst hörte ich nur Atem.

Dann Tobias.

„Bitte leg nicht auf.“


Seine Stimme klang völlig anders als am Morgen.

Keine Befehle mehr.

Keine Arroganz.

Angst.

„Ich weiß, dass du glaubst, du verstehst, was passiert ist. Aber du verstehst gar nichts.“

Ich blieb vollkommen still.

„Das Haus in Brandenburg war nicht für mich.“

Eine Pause.

„Julia ist nicht meine Geliebte.“

Ich spürte, wie mein Körper automatisch angespannt wurde.


„Ich kann dir nicht alles erklären. Noch nicht.“

Dann wurde seine Stimme leiser.

„Aber du musst dafür sorgen, dass das Militär aufhört, Fragen zu stellen.“

Ich hörte die Nachricht ein zweites Mal.

Nicht wegen Julia.

Nicht wegen des Hauses.

Wegen dieses einen Satzes.

Du musst dafür sorgen, dass das Militär aufhört, Fragen zu stellen.

Tobias wusste also, dass militärische Ermittler beteiligt waren.

Woher?

Ich leitete die Aufnahme sofort an Reuter und meine Anwältin weiter.

Keine zehn Minuten später rief Reuter zurück.

„Rufen Sie ihn unter keinen Umständen an.“

„Hatte ich nicht vor.“

„Die Nummer war nur kurz aktiv. Wir versuchen, sie zurückzuverfolgen.“

„Hat er gewusst, dass Sie im Haus waren?“

„Möglicherweise.“

„Dann hat ihn jemand gewarnt.“

Reuter schwieg.

Genau lange genug.

„Was verschweigen Sie mir?“

„Noch nichts, das bestätigt ist.“

Ich stand auf und ging zum Fenster.

„Reuter.“

Seine Stimme wurde ernster.

„Wir haben die versteckte Kamera untersucht.“

Ich wartete.

„Sie hat die Aufnahmen nicht lokal gespeichert.“

„Sondern?“

„Sie wurden übertragen.“

Mein Blick blieb an den dunklen Fenstern des gegenüberliegenden Gebäudes hängen.

„Wohin?“

„Das wissen wir noch nicht.“

Ich presste die Lippen zusammen.

„Aber Sie haben etwas gefunden.“

„Ja.“

Ich hörte Papier rascheln.

„Die Kamera war Teil eines größeren Systems. Wir haben zwei weitere Geräte im Haus entdeckt.“

Mein Magen zog sich zusammen.

„Wo?“

„Eines im Flur.“

Er zögerte.

„Und eines in Ihrem Schlafzimmer.“

Ich setzte mich langsam wieder hin.

Plötzlich fühlte sich selbst diese fremde Wohnung nicht mehr sicher an.

„Seit wann?“

„Das untersuchen wir.“

„Wer hat sie installiert?“

„Auch das.“

Wieder Stille.

Dann sagte Reuter:

„Frau Oberst, wir haben außerdem auf einem beschlagnahmten Speichermedium eine Datei gefunden.“

„Welche Datei?“

„Ein Profil über Sie.“

Ich bewegte mich nicht mehr.

„Dienstzeiten. Gewohnheiten. Reisen. Kontakte. Tagesabläufe.“

Mir wurde kalt.

„Von Tobias erstellt?“

„Das wissen wir noch nicht.“

„Wie heißt die Datei?“

Reuter schwieg für einen Moment.

Dann sagte er:

„Zielperson Bennett.“

Ich blickte auf meine Hände.

In diesem Moment verstand ich endgültig, dass ich nicht nur mit einem kriminellen Ehemann verheiratet gewesen war.

Jemand hatte mich beobachtet.

Systematisch.

Über einen langen Zeitraum.

Und Tobias war nicht nur dabei gewesen.

Er könnte derjenige gewesen sein, der ihnen die Tür geöffnet hatte.

**Fortsetzung folgt — klicke auf Teil 5, um weiterzulesen.**

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