Unterhaltung

Die vierjährige Tochter eines Hausmädchens rettete Alejandro Moretti mit ihrem letzten EpiPen – dann enthüllte eine versteckte Kamera den vergifteten Wein

Der Sicherheitsmann, der wie erstarrt auf die versteckte Kamera blickte, hieß Viktor Salazar. Er war Alejandro Morettis Sicherheitschef – und in dem Moment, als ihm sämtliche Farbe aus dem Gesicht wich, bemerkte es jeder im Raum.

„Was für eine Kamera?“, verlangte ein anderer Wachmann zu wissen.

Viktor sagte nichts.

Alejandro rang noch immer nach Luft, doch der EpiPen begann zu wirken. Sein Brustkorb hob sich etwas tiefer, und das erschreckende Violett um seine Lippen verblasste langsam.

Ich blieb neben ihm sitzen und hielt meinen Stoffhasen fest, während schwere Schritte durch den Flur donnerten.

Mama stürmte ins Arbeitszimmer.

„Emma!“

Sie fiel auf die Knie und zog mich fest an sich. Als sie den leeren Injektor in meiner Hand sah, breitete sich Entsetzen auf ihrem Gesicht aus.

„Das war dein letzter.“

„Ich weiß“, flüsterte ich. „Aber er konnte nicht atmen.“


Alejandro, der noch immer auf dem Boden lag, hörte mich.

Sein Blick wurde klarer.

„Holt … den Arzt“, brachte er heiser hervor.

Wenige Minuten später traf der Privatarzt des Anwesens mit Sauerstoff und Notfallmedikamenten ein. Niemand durfte die Villa verlassen.

Viktor schon gar nicht.

Alejandro wurde auf das Ledersofa gelegt, während einer seiner Männer eine winzige Kamera aus dem Bücherregal holte.

„Ich habe niemals eine Überwachungskamera in diesem Zimmer genehmigt“, sagte Alejandro mit schwacher Stimme.

Viktor trat sofort vor.

„Boss, ich kann das erklären.“

Alejandro hob einen Finger.


„Spielt es ab.“

Die Aufnahme erschien auf dem großen Fernseher hinter dem Schreibtisch.

Zunächst geschah nichts.

Dann öffnete sich dreiundzwanzig Minuten vor Alejandros Zusammenbruch die Tür zum Arbeitszimmer.

Eine Gestalt trat ein.

Die Person trug Handschuhe.

Sie ging zu Alejandros privatem Weinschrank, nahm eine Flasche heraus und spritzte mit einer Spritze etwas durch den Korken.

Mama hielt mir die Augen zu.

Doch Alejandro befahl: „Lass sie hinsehen.“

Die Gestalt drehte sich zur Kamera.


Alle erstarrten.

Es war nicht Viktor.

Es war Alejandros jüngerer Bruder Marco.

Viktor atmete zitternd aus, beinahe erleichtert.

Dann erschien Marco hinter uns in der Tür.

Offenbar war er zurückgekommen, weil er erfahren hatte, dass Alejandro überlebt hatte.

Seine Miene veränderte sich kaum.

„Du warst schon immer schwer umzubringen“, sagte Marco.

Sofort wurden mehrere Waffen auf ihn gerichtet.

Doch Alejandro sah seinen Bruder nicht an.


Er sah Viktor an.

„Warum hast du die Kamera installiert?“

Viktor schluckte.

„Weil ich den Verdacht hatte, dass jemand versucht, Sie zu vergiften.“

„Warum hast du mich dann nicht gewarnt?“

Viktors Schweigen dauerte zu lange.

Alejandros Gesicht verhärtete sich.

Und plötzlich begriff ich etwas, das den Erwachsenen entgangen war.

Das Video zeigte, wie Marco den Wein vergiftete.

Aber jemand anderes hatte ihm die Spritze gegeben.


**Fortsetzung folgt — klicke auf Teil 3, um weiterzulesen.**

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