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Ich Zog 22 Jahre Lang Meine Drillingsnichten Groß – Doch Bei Ihrer Abschlussfeier Enthüllten Sie Ein Geheimnis Über Ihren Vater

Friedrichs letzter Satz blieb wie ein schwerer Schatten im Raum stehen. Lukas sah ihn an, doch in seinem Kopf jagten sich die Erinnerungen. Das vierte Baby. Der Mann, der es bekommen hatte. Die Stimme am Telefon. Und irgendwo dazwischen sein Bruder, dessen Schicksal seit zweiundzwanzig Jahren eine Lücke in seinem Leben war.

„Wer ist er?“, fragte Lukas.

Friedrich antwortete nicht.

„Sie kennen ihn“, sagte Lea. „Dann sagen Sie uns seinen Namen.“

Friedrich fuhr sich langsam über das Gesicht. „Sein Name ist Stefan Berger.“

Katharina schloss die Augen.

„Nein“, flüsterte sie.

Lukas bemerkte ihre Reaktion sofort.

„Sie kennen ihn auch.“

Katharina nickte.

„Er war damals nicht nur ein Fremder.“

„Was war er?“

„Der Leiter der Kinderwunschklinik.“

Lukas spürte, wie sich seine Hände zu Fäusten schlossen.

„Und er hat das vierte Baby bekommen?“

„Ja.“

„Warum?“

Katharina sah zu Boden.

„Weil das Kind nicht in den offiziellen Unterlagen existieren durfte.“

Anna trat näher.

„Warum sollte ein Baby nicht existieren dürfen?“

Katharina antwortete erst nach langer Stille.

„Weil seine Geburt bewiesen hätte, dass bei der Behandlung eurer Mutter etwas passiert ist, das niemals hätte passieren dürfen.“

Lea sah sie scharf an.

„Was?“

„Die Befruchtung wurde nicht so durchgeführt, wie es im Behandlungsbericht steht.“

Sophie schüttelte den Kopf.

„Ich verstehe das nicht.“

„Eure Mutter hatte ursprünglich nur drei Embryonen einsetzen lassen. Das ist dokumentiert. Aber später tauchte ein vierter Datensatz im Labor auf.“

Lukas erinnerte sich an das Dokument mit den Kennzeichnungen A-17, B-17 und C-17.

„Deshalb das vierte Kind.“

Katharina nickte.

„Und deshalb wurde die Akte verändert.“

Plötzlich vibrierte Annas Handy erneut.

Diesmal erschien keine unbekannte Nummer.

Stefan Berger.

Lukas starrte auf den Namen.

„Er ruft wieder an.“

Lea nahm ihm das Telefon aus der Hand und ging ran.

„Was wollen Sie?“

Die Stimme am anderen Ende blieb ruhig.

„Ich will nichts von euch.“

„Dann warum kontaktieren Sie uns?“

„Weil ihr endlich wissen müsst, was damals passiert ist.“

„Wo sind Sie?“

Eine kurze Pause.

„Dort, wo Lukas vor zweiundzwanzig Jahren hätte sein sollen.“

Lea runzelte die Stirn.

„Was soll das heißen?“

„Er sollte damals nicht die Mädchen bekommen.“

Lukas trat vor.

„Was haben Sie mit meinem Bruder gemacht?“

Die Stimme schwieg.

Dann sagte Stefan:

„Ich habe nichts mit ihm gemacht.“

„Lügner!“

„Ihr Bruder hat eine Entscheidung getroffen.“

Lukas spürte, wie sein Herz schneller schlug.

„Welche?“

„Er hat sich selbst gegen die Familie entschieden, um seine drei Töchter zu schützen.“

Anna begann zu weinen.

„Vor wem?“

Stefan antwortete:

„Vor mir.“

Die Verbindung brach ab.

Für einen Moment war nur das entfernte Geräusch eines tropfenden Wasserhahns zu hören.

Dann sagte Lea: „Wir fahren zum Bahnhof.“

Friedrich stellte sich ihr in den Weg.

„Nein.“

„Warum?“

„Weil Stefan nicht dort sein wird.“

„Woher wissen Sie das?“

Friedrich sah Lukas an.

„Weil er nie dort hingeht, wo er uns erwartet.“

Lukas hob den Kopf.

„Dann wohin?“

Friedrich holte einen zerknitterten Zettel aus seiner Manteltasche.

Darauf stand eine Adresse.

Lukas erkannte sie sofort.

„Das ist meine alte Wohnung.“

Niemand sagte etwas.

„Die Wohnung über dem Eisenwarenladen“, flüsterte Anna.

Lukas nickte.

„Dort habe ich euch gefunden.“

Friedrich sagte leise: „Nein. Dort hat jemand dafür gesorgt, dass du euch findest.“

Lukas starrte ihn an.

„Was?“

Friedrich öffnete seinen Mund, doch plötzlich ertönte draußen ein lautes Bremsgeräusch.

Alle drehten sich zum Fenster.

Ein schwarzer Wagen stand direkt vor dem Krankenhaus.

Die Fahrertür öffnete sich.

Ein Mann stieg aus.

Er blieb im Regen stehen und blickte direkt zum Kellerfenster.

Lukas erkannte ihn sofort.

Sein Bruder.

Nicht als altes Foto.

Nicht als Erinnerung.

Lebendig.

Und in seiner Hand hielt er eine kleine weiße Babysocke.

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