Unterhaltung

Mein Milliardärs-Exmann Glaubte, Ich Würde Ihm Noch Immer Nachtrauern – Bis Drei Kleine Jungen Aus Einem Bentley Sprangen Und „Mama!“ Riefen

Katharina brauchte nur wenige Sekunden, um eine Entscheidung zu treffen.

„Ich fahre nach Frankfurt.“

Helene sah sie erschrocken an. „Heute noch?“

„Wenn Margarethe Alexander diesen Brief gezeigt hat, versucht sie nicht mehr nur, die Vergangenheit zu verbergen. Sie schreibt sie gerade neu.“

Katharina griff nach ihrer Tasche, doch Helene hielt ihren Arm fest.

„Dann darfst du nicht unvorbereitet zu ihr gehen.“

„Was soll ich deiner Meinung nach tun? Warten, bis Alexander wieder glaubt, ich hätte ihn belogen?“

„Nein.“ Helenes Stimme wurde ungewöhnlich bestimmt. „Du sollst endlich aufhören, dich gegen diese Familie nur mit der Wahrheit verteidigen zu wollen. Wahrheit reicht nicht, wenn die andere Seite Dokumente produziert.“

Katharina sah auf den gefälschten Brief auf ihrem Telefon.

Ihre Mutter hatte recht.

Fünf Jahre zuvor hatte sie geglaubt, Alexander müsse ihr nur zuhören, dann würde alles gut werden. Heute wusste sie, wie naiv dieser Gedanke gewesen war.

„Was hast du noch aufgehoben?“

Helene schwieg.

Dann öffnete sie erneut die Holzschachtel.

Unter den Briefen befand sich ein kleiner USB-Stick.

„Andreas gab ihn mir nach der Geburt der Jungen.“

„Dr. Keller?“

„Er sagte, ich solle ihn dir geben, falls die Bergmanns jemals versuchen würden, dir die Kinder wegzunehmen.“

Katharinas Finger erstarrten über dem Stick.

„Mir die Kinder wegnehmen?“

„Damals wollte ich dich nicht noch mehr belasten.“

„Mama, was ist darauf?“

„Ich weiß es nicht. Andreas bat mich ausdrücklich, ihn nicht zu öffnen.“

Katharina starrte ihre Mutter an. Zum ersten Mal fühlte sie nicht nur Angst vor Margarethe. Sie spürte auch Wut darüber, wie viele Menschen in ihrem Umfeld Entscheidungen für sie getroffen hatten, angeblich um sie zu schützen.

Ihr Telefon vibrierte erneut.

Diesmal nahm sie Alexanders Anruf an.

„Wo bist du?“, fragte er sofort.

„Bei meiner Mutter.“

„Wir müssen reden.“

„Ja. Aber nicht am Telefon.“

Kurzes Schweigen.

„Katharina, ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll.“

Der Satz tat weh, obwohl sie vorbereitet gewesen war.

„Dann glaub diesmal nicht. Prüfe.“

Alexander schwieg.

„Der Brief ist gefälscht“, fuhr sie fort. „Schau auf das Datum.“

Sie hörte Bewegung am anderen Ende.

„Siebzehnter November.“

„An diesem Tag lag ich im Krankenhaus.“

„Warum?“

Katharina schloss die Augen.

Da war sie wieder: die nächste Wahrheit, die er nie gekannt hatte.

„Weil ich fast eines unserer Kinder verloren hätte.“

Alexanders Atem stockte.

„Was?“

„Die Schwangerschaft war kompliziert. In der elften Woche hatte ich starke Blutungen. Dr. Keller ließ mich sofort aufnehmen.“

„Und ich wusste nichts.“

„Nein.“

„Warum hat mich niemand angerufen?“

Katharina sah auf den Brief der Kanzlei.

„Offenbar hat jemand dafür gesorgt.“

Lange sagte Alexander nichts.

Dann hörte sie ihn leise fragen: „Hast du Beweise dafür, dass du im Krankenhaus warst?“

Früher hätte diese Frage sie verletzt.

Heute verstand sie sie.

„Ja.“

„Bring sie mit.“

„Wohin?“

Seine Antwort kam sofort.

„Nicht zu meiner Mutter. Zu meinem Büro in München. Heute Abend. Nur du und ich.“

Um kurz nach sieben betrat Katharina den obersten Stock der Münchner Niederlassung von Bergmann Energie. Es war beinahe leer. Durch die Glasfassade funkelten die Lichter der Stadt.

Alexander wartete in seinem Büro.

Sein Sakko lag über einem Stuhl, die Krawatte war gelockert. Vor ihm lagen der angebliche Brief und mehrere Akten.

Katharina legte ihre Krankenhausunterlagen auf den Tisch.

Alexander nahm das erste Blatt.

Aufnahme: 11. November. Entlassung: 21. November.

Er blätterte weiter.

Dann hielt er plötzlich inne.

„Drei vitale Föten.“

Seine Stimme versagte.

Katharina beobachtete, wie seine Finger über die Zeile glitten.

„Das war der erste Bericht, in dem bestätigt wurde, dass alle drei stabil waren“, sagte sie.

Alexander setzte sich.

„Ich hätte dort sein müssen.“

„Ja.“

Keine Beschönigung.

Keine tröstende Lüge.

Er sah zu ihr auf. „Warum hast du nach der Scheidung nicht noch einmal versucht, mich zu erreichen?“

Katharina schwieg lange.

„Ich habe es versucht.“

Sie zog ein weiteres Dokument hervor.

Eine Kopie eines Einschreibens.

Adressiert an Alexander von Bergmann.

„Zwei Wochen nach der Geburt.“

Alexander nahm es.

„Ich habe dir geschrieben. Keine Vorwürfe. Nur die Namen, Geburtsdaten und die Bitte, mich anzurufen.“

„Das habe ich nie bekommen.“

„Das weiß ich inzwischen.“

Alexander drehte das Blatt um.

Auf der Rückseite befand sich ein Vermerk.

Annahme durch Bevollmächtigte des Empfängers.

Darunter eine Unterschrift.

M. von Bergmann.

Alexander wurde vollkommen still.

„Meine Mutter.“

Katharina nickte.

Etwas in seinem Gesicht zerbrach.

„Sie wusste von ihnen.“

„Seit der Schwangerschaft.“

„Und vier Jahre lang hat sie mir jeden Morgen gegenübergesessen, Weihnachten mit mir gefeiert, mich gefragt, wann ich endlich wieder heirate…“

Er brach ab.

Katharina hätte Genugtuung empfinden können.

Stattdessen empfand sie nur Müdigkeit.

„Jetzt verstehst du, warum ich nicht möchte, dass sie in die Nähe meiner Kinder kommt.“

Alexander sah sie an.

„Unserer Kinder.“

Katharina versteifte sich.

„Benutze dieses Wort nicht, als wären vier Jahre damit verschwunden.“

Alexander senkte den Blick.

„Du hast recht.“

Es war vielleicht das erste Mal seit Jahren, dass er ihr das ohne Einschränkung sagte.

Katharina nahm den USB-Stick aus ihrer Tasche.

„Meine Mutter hat mir heute noch etwas gegeben.“

„Was?“

„Etwas von Dr. Keller.“

Sie steckte den Stick in Alexanders Laptop.

Nur drei Dateien erschienen.

Zwei waren medizinische Dokumente.

Die dritte war eine Audiodatei.

BERGMANN_14NOV.wav

Katharina und Alexander sahen einander an.

„Vierzehnter November“, flüsterte Alexander.

Mitten in ihrem Krankenhausaufenthalt.

Katharina klickte auf Wiedergabe.

Zunächst hörte man nur Rauschen.

Dann Dr. Kellers Stimme.

„Frau von Bergmann, ich wiederhole: Ihre Schwiegertochter befindet sich in einer Risikoschwangerschaft. Ihr Sohn muss informiert werden.“

Eine Frauenstimme antwortete.

Margarethe.

„Alexander wird gar nichts erfahren.“

Katharina spürte, wie sich ihre Hände verkrampften.

Dr. Keller sagte etwas Unverständliches.

Dann wurde Margarethes Stimme deutlicher.

„Diese Kinder werden die Familie zerstören, wenn herauskommt, unter welchen Umständen Katharina schwanger geworden ist.“

Alexander sprang auf.

„Was meint sie damit?“

Katharina schüttelte verwirrt den Kopf.

„Ich weiß es nicht.“

Die Aufnahme lief weiter.

Dr. Keller klang plötzlich wütend.

„Das medizinische Verfahren war vollkommen legal. Und wenn Sie weiterhin versuchen, die Patientenakten Ihrer Schwiegertochter zu bekommen, werde ich die Polizei einschalten.“

Stille.

Dann Margarethe:

„Sie verstehen nicht, Doktor. Es geht nicht darum, dass Katharina schwanger ist.“

Eine kurze Pause.

„Es geht darum, wessen genetisches Material Ihre Klinik tatsächlich verwendet hat.“

Katharina hörte auf zu atmen.

Alexander starrte sie an.

„Was bedeutet das?“

Sie antwortete nicht.

Denn plötzlich erinnerte sie sich an etwas, das sie seit fünf Jahren nicht mehr hinterfragt hatte.

Dr. Keller hatte ihr damals gesagt, dass Alexanders eingefrorene Probe für die Behandlung verwendet worden sei.

Doch Katharina hatte niemals selbst gesehen, wie die Probe gekennzeichnet gewesen war.

Auf dem Laptop erklang noch einmal Kellers Stimme.

Diesmal kaum hörbar.

„Wenn Alexander erfährt, was sein Vater damals angeordnet hat, verlieren Sie weit mehr als Ihren Ruf.“

Dann endete die Aufnahme.

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