Unterhaltung

Mein Schwager drohte, mir vor meiner Tochter den Arm zu brechen – dann nannte mich ein General „Major Keller“

Markus stürmte auf mich los, bevor irgendjemand ihn aufhalten konnte.

Er schlug mit voller Kraft zu und rechnete damit, dass ich zurückzucken würde.

Ich trat zur Seite.

Seine Faust traf nur Luft.

Noch bevor er sich wieder fangen konnte, packte ich sein Handgelenk, drehte die Hüfte ein und nutzte seinen eigenen Schwung gegen ihn. Markus schlug so hart auf dem Rasen auf, dass die Teller auf dem Picknicktisch hochsprangen.

Das Lachen verstummte.

Eine endlose Sekunde lang bewegte sich niemand.

Dann brüllte Markus auf und ging erneut auf mich los.

Diesmal ließ ich ihn näher kommen.

Er holte zu einem Haken gegen mein Gesicht aus. Ich blockte den Schlag, rammte meine Schulter gegen seine Brust und zog ihm gleichzeitig das Bein weg. Er landete flach auf dem Rücken und rang nach Luft.


„Bleib liegen“, sagte ich.

Seine Freunde aus dem Kampfsportstudio grinsten nicht mehr.

Wolfgang drängte sich durch die Menge. Sein Gesicht war vor Wut hochrot.

„Du hast geschummelt!“, schrie er. „Markus war noch gar nicht bereit.“

Trotzdem rappelte Markus sich wieder auf.

Blut lief aus seiner Unterlippe. In seinen Augen brannte die Demütigung stärker als jeder Schmerz.

Er griff hinter seinen Hosenbund.

Die Stimmung kippte augenblicklich.

Ich sah das metallische Aufblitzen, bevor irgendjemand sonst begriff, was geschah.

Lina schrie.


Mit zwei Schritten war ich bei ihm, fixierte seinen Arm und zwang ihn mit dem Gesicht nach unten auf den Rasen. Ein Klappmesser glitt aus seiner Hand und landete neben den Handschuhen.

Mehrere Nachbarn wichen zurück.

Jemand rief die Polizei.

Wolfgang verstummte.

Ich hielt Markus am Boden, ein Knie zwischen seinen Schulterblättern.

„Du hast die Mutter eines Kindes bedroht“, sagte ich leise. „Und dann hast du ein Messer zu einem Familienfest mitgebracht.“

Rike setzte sich endlich in Bewegung.

Aber sie lief nicht zu Markus.

Sie kam auf mich zu.

Ihr Gesicht war kreidebleich.


„Emilia“, sagte sie und benutzte den Namen, den ich seit meinem letzten Auslandseinsatz nicht mehr gehört hatte. „Du musst hier weg. Sofort.“

Ich starrte sie an.

Noch bevor ich antworten konnte, bogen drei schwarze SUVs in unsere Straße ein.

Sie hielten in perfekter Formation neben dem Grundstück.

Männer in dunklen Anzügen stiegen aus, gefolgt von einem silberhaarigen General in vollständiger Dienstuniform.

Die Menge machte ihnen Platz.

Der General blickte zuerst auf Markus, der unter meinem Knie lag, und dann zu mir.

„Major Keller“, sagte er. „Wir haben den Offizier gefunden, der Ihre Einheit verraten hat.“

Sein Blick wanderte zu Wolfgang.

„Und er steht direkt hinter Ihnen.“

**Fortsetzung folgt — klicke auf Teil 3, um weiterzulesen.**

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