Unterhaltung

Der Millionär Heiratete Mich Wegen Einer Wette – Dann Hob Ich Meinen Schleier Und Brachte Die Ganze Kirche Zum Schweigen

Die Stimme vor der Tür ließ meinen ganzen Körper erstarren. Für einen Moment hörte ich nur meinen eigenen Atem und das leise Knarren des alten Holzbodens unter Peters Schuhen. Irgendjemand wusste vom USB-Stick. Und irgendjemand wusste genau, dass ich hier war.

Peter beugte sich zu mir. „Kein Wort.“

Ich nickte.

Georg tastete sich im Dunkeln zur Tür und verriegelte sie. Helene stand reglos neben dem Tisch, beide Hände vor die Brust gedrückt.

„Adelaide“, flüsterte sie, „geben Sie mir den Stick.“

„Warum?“

„Weil sie nach Ihnen suchen.“

„Und was bringt es, wenn sie ihn haben?“

„Dann suchen sie vielleicht nicht mehr nach Ihnen.“

Peter schüttelte den Kopf. „Nein. Niemand bekommt ihn.“


Draußen klopfte es.

Dreimal.

Langsam.

„Frau Müller“, sagte dieselbe Männerstimme. „Wir wollen nur reden.“

Peter sah mich an und formte lautlos ein Wort.

Fenster.

Der Wintergarten hatte zwei große Fenster, die direkt auf einen schmalen Innenhof führten. Peter ging vorsichtig dorthin und öffnete eines. Kalte Abendluft strömte herein.

„Du zuerst.“

„Nein.“

„Adelaide.“


„Ich gehe nicht, während Helene hier bleibt.“

Helene sah mich überrascht an.

„Sie müssen gehen.“

„Nicht ohne Sie.“

Peter wollte etwas sagen, doch plötzlich hörten wir, wie jemand den Türgriff bewegte.

Georg zog sein Handy heraus.

„Es gibt einen Hinterausgang.“

„Dann los.“

Wir bewegten uns leise durch den Raum. Peter ging voraus, Georg hinter ihm, Helene und ich folgten. Gerade als wir die kleine Nebentür erreichten, krachte es hinter uns.

Die Tür des Wintergartens sprang auf.


„Schneller!“

Wir rannten.

Ich raffte mein Kleid hoch, während meine Schuhe über den Steinboden schlugen. Mein Hochzeitskleid, das eigentlich für Fotos und Champagner gedacht gewesen war, wurde plötzlich zu einer Last. Peter griff nach meiner Hand und zog mich um eine Ecke.

Wir erreichten einen schmalen Korridor hinter der Kirche.

„Da entlang“, sagte Georg.

Doch ich blieb stehen.

„Wo ist Helene?“

Peter drehte sich um.

Sie war verschwunden.

„Helene!“


Keine Antwort.

Ich wollte zurücklaufen, doch Peter hielt mich fest.

„Nein.“

„Sie ist wegen mir dort geblieben.“

„Wir wissen nicht, ob sie überhaupt mit uns gekommen ist.“

„Sie hatte den Schlüssel.“

Peter sah mich an.

„Welchen Schlüssel?“

Ich griff in meine Tasche.

Leer.


Mein Herz sank.

„Sie hat ihn genommen.“

„Warum?“

Ich wusste es nicht.

Dann bemerkte ich etwas auf dem Boden.

Ein kleiner schwarzer Umschlag.

Ich hob ihn auf.

Darauf stand mein Name.

**Adelaide. Öffne ihn erst, wenn du Peter vertraust.**

Ich sah Peter an.


Er wurde blass.

„Was steht darin?“

„Dass ich dir vertrauen soll.“

Er lächelte bitter.

„Dann solltest du ihn nicht öffnen.“

„Warum?“

„Weil ich dir heute genug Gründe gegeben habe, mir nicht zu vertrauen.“

Ich öffnete den Umschlag trotzdem.

Darin lag nur ein Stück Papier.

Eine Adresse.


**Lindwurmstraße 48. Wohnung 7.**

Darunter stand:

**„Dort begann alles.“**

Peter las die Adresse.

Sein Gesicht veränderte sich.

„Du kennst sie.“

„Ja.“

„Was ist dort?“

Er schwieg.

„Peter.“


„Dort hat meine Mutter früher gewohnt.“

Ich starrte ihn an.

„Deine Mutter?“

„Ja.“

„Warum hat Helene mir diese Adresse gegeben?“

Peter nahm das Papier.

„Weil sie wusste, dass ich niemals freiwillig dorthin zurückgehen würde.“

Wir verließen die Kirche durch den Hinterausgang. Draußen war es inzwischen dunkel geworden. Die Hochzeitsgäste hatten keine Ahnung, wo wir waren. Wahrscheinlich warteten sie noch immer auf das Brautpaar, während hinter den Kulissen jemand versuchte, die Steinbach-Gruppe zu übernehmen.

Im Wagen sagte niemand etwas.

Ich hielt den USB-Stick fest in meiner Hand.


Nach einigen Minuten brach ich das Schweigen.

„Was ist in Wohnung sieben?“

Peter fuhr weiter.

„Erinnerungen.“

„Das reicht nicht.“

„Ein Teil meiner Vergangenheit.“

„Und vielleicht ein Teil meiner Mutter.“

Er sah mich kurz an.

„Vielleicht.“

Als wir die Lindwurmstraße erreichten, stellte Peter den Wagen einige Meter entfernt ab. Das Gebäude war alt, unscheinbar und beinahe vollständig dunkel.


„Wir gehen zusammen“, sagte er.

Ich stieg aus.

Im Treppenhaus roch es nach Staub und kaltem Stein. Im zweiten Stock blieb Peter vor einer Tür stehen.

Nummer 7.

Er holte keinen Schlüssel heraus.

Die Tür stand bereits offen.

Ich sah ihn an.

„Du hast gesagt, niemand wusste von diesem Ort.“

„Das habe ich.“

„Dann hat jemand auf uns gewartet.“

Peter nickte.

Wir gingen hinein.

Die Wohnung war leer.

Fast.

Auf dem Boden im Wohnzimmer lag eine einzelne rote Rose.

Daneben stand ein alter Kassettenrekorder.

Ich trat näher.

Peter packte meinen Arm.

„Warte.“

Doch der Rekorder schaltete sich von selbst ein.

Zuerst hörten wir nur Rauschen.

Dann eine Frauenstimme.

Meine Mutter.

„Adelaide, wenn du diese Aufnahme hörst, bedeutet das, dass Peter dich bereits geheiratet hat.“

Mir blieb der Atem weg.

Peter wurde vollkommen reglos.

Die Stimme meiner Mutter zitterte.

„Und wenn er dir erzählt hat, dass Daniel tot ist, dann glaub ihm nicht.“

Ein Knacken.

Dann sagte sie etwas, das alles veränderte:

„Daniel lebt. Aber er ist nicht der Mann, für den du ihn hältst.“

Die Aufnahme endete.

Im selben Augenblick ging im Flur das Licht an.

Ein Schatten bewegte sich hinter der Tür.

Peter zog mich zurück.

Und eine Männerstimme sagte ruhig:

„Endlich seid ihr beide gekommen.“

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