Unterhaltung

Das kleine Mädchen ruinierte die Schuhe des Mafiabosses – dann zeigte ihre Wachsmalzeichnung einen bewaffneten Mann vor seinem Tor

Die Dunkelheit draußen war kein Zufall.

Ich hob Sophie vom Hocker, drückte sie an meine Brust und löschte das Licht im Schuhputzraum.

„Sei ganz still“, flüsterte ich.

Sie nickte und klammerte sich an ihren Teddybären.

Dann vibrierte mein Handy.

Eine Nachricht.

**EINGANGSTOR DURCHBROCHEN.**

Ich trug Sophie ins Dienstbotentreppenhaus und rief Matteo an, den einzigen Wachmann, dem ich ohne zu zögern vertraute.

„Wo bist du?“

„Im Ostflügel.“


„Riegel das Haus ab. Niemand verlässt das Anwesen.“

Eine kurze Pause.

„Boss ... Carlo hat den Männern bereits befohlen, nach draußen zu gehen.“

Mir gefror das Blut in den Adern.

Carlo.

Der Mann auf Sophies Zeichnung.

Mein Sicherheitschef.

Der Mann, der bei der Beerdigung meines Vaters an meiner Seite gestanden hatte.

Sophie zupfte an meinem Kragen.

„Er hat Freunde“, flüsterte sie.


„Wie viele?“

Sie hielt vier kleine Finger hoch.

Bevor ich noch etwas fragen konnte, krachten Schüsse jenseits des vorderen Innenhofs.

Die ganze Villa erwachte schlagartig zum Leben.

Im oberen Stockwerk donnerten Schritte über den Boden.

Jemand rief meinen Namen.

Als Matteo durch die Tür zum Treppenhaus kam, übergab ich ihm Sophie.

„Bring sie zu ihrer Mutter.“

Doch Sophie wollte mich nicht loslassen.

„Herr Romano ... Mama hat von der roten Tür gesprochen.“


Ich erstarrte.

„Welche rote Tür?“

„Der böse Mann redet dahinter.“

In der gesamten Villa gab es nur eine einzige rote Tür.

Das versiegelte Arbeitszimmer meines Vaters.

Ein Raum, den seit seinem Tod vor zwölf Jahren niemand mehr betreten hatte.

Ich nahm Sophie mit.

Matteo folgte uns.

Als wir das Arbeitszimmer erreichten, war das Schloss bereits aufgebrochen.

Drinnen lag auf allem eine dicke Staubschicht – außer auf dem Schreibtisch.


Die Schubladen waren durchsucht worden.

Ein verborgenes Fach stand offen.

Darin lagen Fotografien, Bankunterlagen und ein Geschäftsbuch in der Handschrift meines Vaters.

Carlo verriet mich nicht erst in dieser Nacht.

**Er hatte meine Familie seit Jahren bestohlen.**

Dann zeigte Sophie unter den Schreibtisch.

„Da.“

Ein winziges Aufnahmegerät blinkte rot.

Ich drückte auf Wiedergabe.

Die Stimme meines toten Vaters erfüllte den Raum.


„Antonio, wenn du das hier hörst, ist Carlo nicht der Verräter.“

Mein Herz setzte einen Schlag aus.

„Er ist nur der Soldat.“

Dann erklang eine zweite Stimme.

Eine Stimme, die ich besser kannte als meine eigene.

**Die meiner Mutter.**

„Sorgt dafür, dass mein Sohn niemals nach Hause zurückkehrt.“

Hinter uns knarrte der Boden im Flur.

Und Sophie flüsterte die Worte, die mir das Blut in den Adern gefrieren ließen.

„Sie ist hier.“


**Fortsetzung folgt — klicke auf Teil 3, um weiterzulesen.**

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