Unterhaltung

Vor 1.040 Soldaten Schlug Ein Oberstleutnant Eine Stille Hauptfrau – Doch Sie Senkte Den Kopf Nicht

„Zurücktreten, Oberstleutnant Stein!“

Der Befehl donnerte von der Ehrentribüne herüber, noch bevor Markus den Boden berührte.

Im letzten Moment ließ ich sein Handgelenk los und verwandelte einen Wurf, der verheerend hätte enden können, in ein kontrolliertes Zu-Boden-Bringen.

Er landete hart auf einem Knie, mehr von der Demütigung erschüttert als vom Schmerz.

Die gesamte Formation blieb wie erstarrt stehen.

Dann stieg Generalleutnant Johannes Berger von der Tribüne herab.

Markus’ Gesicht veränderte sich.

Er erkannte den Generalleutnant – aber offensichtlich verstand er nicht, weshalb einer der ranghöchsten operativen Kommandeure der Bundeswehr direkt auf mich zukam.

„Hauptfrau Hartmann“, sagte Generalleutnant Berger und blieb etwa einen Meter vor mir stehen. „Sind Sie verletzt?“

„Meine Lippe ist aufgeplatzt, Herr General.“


Er wandte sich Oberstabsfeldwebel Thomas Reuter zu.

„Wurde der Angriff beobachtet?“

„Von eintausendvierzig Soldatinnen und Soldaten, Herr General. Das Mikrofon war eingeschaltet.“

Markus sprang hastig auf.

„Herr General, sie hat mich angegriffen!“

„Nein“, erwiderte Berger. „Sie hat Ihren zweiten Schlag verhindert.“

Die Worte gingen wie ein elektrischer Impuls über den Platz.

Markus zeigte auf mich.

„Sie ist nur als Beobachterin aus dem Stab hier. Sie hat einen direkten Befehl verweigert.“

Generalleutnant Berger musterte ihn mit unverhohlenem Unglauben.


„Hauptfrau Hartmann ist nicht hier, um Verwaltungsabläufe zu beobachten.“

Ein hochrangiger Offizier des Militärischen Nachrichtenwesens trat vor und trug eine versiegelte schwarze Aktenmappe bei sich.

Berger nahm sie entgegen und wandte sich an die angetretenen Soldatinnen und Soldaten.

„Hauptfrau Anna Hartmann wurde als leitende Prüfoffizierin für diesen Verband eingesetzt, nachdem Berichte über nicht genehmigte Strafmaßnahmen, manipulierte Ausbildungsergebnisse und Vergeltungsmaßnahmen gegen Soldaten eingegangen waren, die Beschwerden eingereicht hatten.“

Markus’ Selbstsicherheit verschwand.

Ich zog das blutbefleckte Taschentuch aus meiner Tasche.

„Sieben Soldaten haben schriftliche Aussagen abgegeben“, sagte ich. „Vier zogen sie nach persönlichen Gesprächen in Ihrem Büro zurück. Zwei wurden versetzt. Einer verschwand vollständig aus den Dienstunterlagen.“

Sein Blick zuckte zum Stabsgebäude hinüber.

Diese winzige Bewegung verriet mir, wo wir suchen mussten.

Ich nickte den Feldjägern zu, die neben der Ehrentribüne standen.


„Sichern Sie Oberstleutnant Steins Büro und sämtliche dienstlichen elektronischen Geräte, die ihm zugeordnet sind.“

Markus machte einen Schritt zurück.

„Dazu haben Sie keine Befugnis.“

Generalleutnant Berger öffnete die schwarze Mappe.

„Ihre Befugnisse gehen über Ihre hinaus.“

Die Feldjäger schlossen den Kreis um Markus.

Doch noch bevor sie ihn erreichten, löste sich ein junger Leutnant aus der Formation und rief:

„Überprüfen Sie den unterirdischen Ausbildungsraum!“

Ein aufgeregtes Raunen ging über den gesamten Platz.

Markus erstarrte vollkommen.


Die Stimme des Leutnants brach.

„Er hat Obermaat Daniel Graf letzte Nacht dort eingeschlossen.“

Oberstabsfeldwebel Reuter sah mich entsetzt an.

Graf war der Soldat, der offiziell als unerlaubt abwesend geführt wurde.

Dann hob ein Sanitätssoldat in der Nähe des Stabsgebäudes sein Funkgerät und sagte leise:

„Wir haben den Raum gefunden.“

Er verstummte und lauschte.

Als er wieder aufsah, war sein Gesicht aschfahl geworden.

„Dort sind sechs Personen drin – und einer von ihnen behauptet, Hauptfrau Hartmann habe den Befehl dazu gegeben.“


**Fortsetzung folgt — klicke auf Teil 3, um weiterzulesen.**

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